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Das neue Literarische Museum Badenweiler „Tschechow-Salon“

Museen werden in der heutigen Kommunikationsgesellschaft immer wichtiger, aus historischen Sammelstätten werden Erlebnis- und Begegnungsräume, die aktuell informieren, kulturelle Identität bilden, aber auch unterhalten wollen.

Im Heilbad Badenweiler wurde deshalb das neue Literarische Museum Badenweiler „Tschechow-Salon“ nach Umzug und Neukonzeption 2015 von der Peripherie mitten ins historische Zentrum des Ortes, ins Rathaus, verlegt.

Hier lässt sich nun mit neuester Museumsdidaktik und -technik nicht nur erfahren, weswegen Schriftsteller und Dichter des In- und Auslandes seit rund 200 Jahren im Heilbad Badenweiler ihre Spuren hinterließen, sondern wie das Netzwerk von Kultur und Literatur auch grenzüberschreitend, von Land zu Land, funktioniert.

Tschechowplatz mit Kirschbaumblüte
Tschechowplatz mit Kirschbaumblüte

Mit 25 Namen von Schriftstellerinnen und Schriftstellern wurde das Museum bis in die Gegenwartsliteratur erweitert, wobei gerade seine internationale Ausrichtung sein besonders prägendes und spannendes Profil bildet.

Unübersehbar drückt sich das in der über 110-jährigen lebendigen Erinnerungskultur des Heilbads für den russischen Erzähler und Dramatiker Anton Tschechow aus, der hier 1904 verstarb, sowie für den Theatertheoretiker und -regisseur, Konstantin Stanislawski, den Mitbegründer des berühmten Moskauer Künstlertheaters.

Gewichtige Namen sind Annette Kolb und René Schickele, die das Verhältnis Deutschlands zum Elsass und zu Frankreich im 20. Jahrhundert mitprägten, oder Stephen Crane, der Badenweiler mit den USA verknüpft.

Durch die aktuelle Museumserweiterung auf 25 Persönlichkeiten der deutschen und internationalen Literaturgeschichte, die alle auch dem Kurort verbunden sind – Johann Peter Hebel, Hermann Hesse, Karl Jaspers, Hermann Broch oder Gabriele Wohmann seien exemplarisch genannt – ist das Museum noch intensiver zum Ort umfassender literarischer Begegnungen und direkter kultureller Erfahrungen geworden.

Nach wie vor trägt es durch seinen exklusiven russischen Schwerpunkt den Beinamen „Tschechow-Salon“.

Zwar besitzt der „Salon“ als rezeptionshistorisches Museum vor allem „virtuellen“ Charakter, doch durch die vielfältigen, zumeist im Kurhaus stattfindenden Veranstaltungen mit Autoren, Theatern, Fachreferenten und Künstlern seiner Eventplattform „Internationales Literaturforum Badenweiler“ wandelt er sich häufig zu einem veritablen Salon grenzüberschreitender Literaturbegegnungen. Und nicht zuletzt sind die vielen Denkmale im Kurpark und Ortszentrum als Museumsaußenbereich attraktive literarische Erinnerungsstätten.

H.S.